Welcher eBook-Reader für mein Kind?

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Studien haben gezeigt, dass eBook-Reader legasthenen Menschen beim Lesen helfen können. Auch für Kinder sind die Geräte attraktiv. Aber welches Gerät ist geeignet? Auf was sollte man beim Kauf achten? Mich erreichen diese Fragen immer wieder. Da ich mich selber zu wenig auskenne, habe ich Michael Sonntag von PAPIERLOS LESEN gefragt, ob er nicht einen Gastbeitrag über die verschiedenen Geräte schreiben könnte. Michael hat sofort zugesagt. An dieser Stelle nochmal vielen Dank!

eBook-Reader für Kinder (Gastbeitrag von Michael Sonntag)
eBook-Reader sind nicht nur für Erwachsene ideal zum Lesen. Durch das geringe Gewicht und die Möglichkeit, schnell mal eben unbekannte Wörter nachzuschlagen, sind sie auch ideal für Kinder. Doch die Auswahl ist nicht immer leicht. Daher möchte ich in diesem Artikel einmal ein paar der häufigsten Fragen dazu beantworten.

Welcher eReader ist für mein Kind geeignet?
Im Prinzip kann man sagen, dass sich alle modernen eReader hervorragend zum Lesen eignen. Wichtig ist, darauf zu achten, dass im Gerät ein E-Ink-Bildschirm eingebaut ist. Nur diese Bildschirmtechnologie lässt Bücher wie gedruckt aussehen und entsprechend angenehm lesen.

Preiswerten Geräten fehlt in der Regel die Beleuchtung, die den Hintergrund der Seite aufhellt und auch dafür sorgt, dass auch im Dämmerlicht oder Dunklen ohne Umgebungslicht gelesen werden kann.

Wer sein Kind zum regelmäßigen Lesen animieren möchte, kann zu einem Kindle oder Kobo greifen. Diese Geräte unterstützen das Kind mit regelmäßigen Auszeichnungen und Belohnungen. Die Geräte anderer Hersteller (PocketBook, Tolino) bieten diese Möglichkeiten leider nicht.

Dafür lassen sich auf den Geräten von PocketBook und Kobo eigene Schriften nachinstallieren. Manche Schriftarten sind für legasthene Kinder einfacher zu lesen.

Soll ich einen eReader oder ein Tablet für mein Kind kaufen?
Wenn es ums reine Lesen geht, ist ein eReader immer die bessere Wahl. Denn dessen Bildschirm eignet sich durch die elektronische Tinte am Besten, um Bücher mit viel Text zu lesen. Die Darstellung entspricht in etwa der eines gedruckten Buches. Durch die verwendete Bildschirmtechnologie ermüden die Augen auch nicht so schnell, wie bei Tablets oder Computerbildschirmen. Die Akkus von eReadern halten im Vergleich zu Tablets richtig lang, nämlich mindestens einen Monat, wenn täglich eine halbe Stunde gelesen wird.

Tablets hingegen sind regelrechte Alleskönner, die mit verschiedenen Funktionen um die Aufmerksamkeit des Kindes buhlen. Auf ihnen können nicht nur Bücher gelesen werden, sondern auch Spiele gespielt, Musik gehört oder Filme geschaut werden. Sollen überwiegend Bilderbücher oder Comics gelesen werden, ist einem Tablet besser geeignet, als ein eReader, dessen Bildschirm nur Graustufen darstellen kann.

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Ist es schwierig, Bücher auf eReader zu laden?
Nein. Alle Geräte lassen sich per mitgeliefertem USB-Kabel an den PC anschließen und können von dort aus mit neuen eBooks befüllt werden. Die Kindles von Amazon, die Geräte von Kobo und PocketBooks und die Tolinos können eBooks auch direkt aus den angeschlossenen Shops per WLAN empfangen. Alternativ lassen sich eBooks über den auf jedem Gerät vorhandenen Browser herunterladen.

Die Kindles und die Geräte von PocketBook können außerdem per E-Mail mit neuen eBooks bestückt werden, die PocketBooks unterstützen darüber hinaus noch die Synchronisation per Dropbox.

Wer nicht möchte, dass das Kind über den eReader im Internet surft oder auf eigene Faust eBooks kauft, kann das WLAN generell abschalten. Das spart zudem auch etwas Strom. Die Kindles haben als einzige Geräte eine eingebaute Kindersicherung, bei der sich der Zugriff auf den Browser, den Shop oder die Cloud beschränken lässt. Bei den Geräten von PocketBook lassen sich die kompletten Einstellungen per Passwort absichern. Die Geräte von Kobo und Tolino bieten dererlei nicht.

Tolino oder Kindle?
Die Kindles bieten im direkten Vergleich das bessere Schriftbild und die besseren Wörterbücher. Bei Amazon gibt’s zudem die größere Auswahl an eBooks, weil die meisten Selbstverleger ihre Bücher nur dort anbieten. Allerdings müssen eBooks für den Kindle bei Amazon gekauft werden, Bücher aus anderen Shops unterstützen die Geräte nicht.

Die Tolinos im Gegenzug dazu können alle eBooks aus allen anderen eBookshops darstellen, natürlich, solange sie im EPUB-Format vorliegen. Zudem können die Tolinos mit eBooks aus der örtlichen Bibliothek (Onleihe) bestückt werden.

Wer die Onleihe nutzen möchte, muss sich übrigens nicht für die Geräte von Tolino entscheiden. Ebenso gut eignen sich die eReader von Kobo oder PocketBook dafür.

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Kann ich eigene Dateien auf dem eReader lesen?
Wenn die Dateien im richtigen Format vorliegen, dann ja. Die meisten Geräte können EPUB-, PDF- und Textdateien anzeigen. Während für die Tolinos hier Schluss ist, können die Geräte von Kobo, PocketBook und Icarus auch noch HTML- und Worddokumente anzeigen. PocketBook unterstützt als einziger Hersteller darüber hinaus noch etliche Dateiformate mehr, darunter das CHM-Format für Windowshilfedateien.

Kann ich bestimmte Inhalte für mein Kind verstecken?
Diese Funktion unterstützen nur die Kindles mit der FreeTimefunktion, bei der die Eltern die Buchauswahl der Kinder bestimmen können. Im Zweifelsfall ist es sicher besser, dem Kind ein eigenes Gerät zur Verfügung zu stellen und es nur mit den benötigten Büchern zu füllen.

Welcher eReader eignet sich für legasthene Kinder?
Für alle, die Schwierigkeiten beim Lesen haben, können spezielle Schriften (z. B. OpenDyslexic, AndikaBasic oder Lexia Readable) hilfreich sein, um die Buchstaben und Wörter besser erkennen zu können. Einzig die Geräte von Kobo und PocketBook erlauben es, diese Schriften zusätzlich zu den vorhandenen zu installieren und sie später im eBook auszuwählen. Bei den Geräten von Kindle oder Tolino ist das leider gar nicht oder nur mit Verrenkungen möglich.

Über…
Michael Sonntag testet auf PAPIERLOS LESEN regelmäßig eBook-Reader und deren Zubehör. Außerdem gibt er Tipps und Tricks zu den Geräten & der passenden Software und empfiehlt den passenden Lesestoff.

Sehen Sie hier alle eBook-Reader im Vergleich: eBook-Reader Vergleich

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2 Kommentare zu “Welcher eBook-Reader für mein Kind?

  1. Schöner Artikel, aber in der ersten Frage ist wohl ein Sinnfehler: “Wer sein Kind zum regelmäßigen Lesen animieren möchte, kann zu einem Kindle oder Kobo greifen. […] Die Geräte anderer Hersteller (Kobo, PocketBook, Tolino) bieten diese Möglichkeiten leider nicht.”

    Kobo wird als positives und negatives Beispiel genant.

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