Aufruf an alle Eltern: Zuhause ist nicht die Schule!

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Die Welt befindet sich momentan in einem Zustand wie wohl seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr. Ich schreibe diesen Artikel für alle Eltern und Kinder, die die Aufgaben, die die Schulen geschickt haben, kaum oder nicht schaffen, und die nicht wissen, was sie machen sollten.

Damit das für alle klar ist: Dies ist keine Kritik an die Schulen. Auch diese sind von dieser Situation überrumpelt, und die Lehrer*innen machen, was sie können. Aber dennoch: Jetzt geht es nicht darum, stumpfsinning Arbeitsblätter auszufüllen.

Deswegen: Aufruf an die Eltern: Zuhause ist nicht die Schule!

Sie müssen zuhause nicht die Schule nachahmen. Die Kinder müssen keine 6 bis 8 Stunden Arbeitsblätter und Aufgaben bewältigen. Sie als Eltern schon gar nicht! Sie müssen Ihre Kinder auch nicht den ganzen Tag bespaßen. Die meisten Eltern müssen auch weiterhin arbeiten, sei es direkt in der Arbeit, sei es von zuhause aus.

Es ist schon wichtig, einen gewissen Rhythmus aufzubauen. So ist das Lernen für die Schüler*innen verbindlicher und sie können konzentrierter das Pflichtpensum „abarbeiten“. Hier ist ein Beispiel, das natürlich an die Altersgruppe angepasst werden muss, für die Vormittagszeiteiteilung (Empfehlung von einer Lehrkraft):

  • 8.00 – 10.00: konzentriertes Erledigen und Lernen des Schulstoffes
  • 30 Min Pause
  • 10.30 – 12.00: nochmal konzentriertes Lernen und Erledigen der Aufgabeneinheiten

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Hier ist meine Empfehlung: Die Kinder machen ihre Aufgaben nach dem Pomodoro-Prinzip. Das Pomodoro-Prinzip ist sehr einfach:

  • Runde 1:
    • 15 bis 25 min arbeiten/lernen (je nach Alter des Kindes)
    • 5 min Pause
  • Runde 2:
    • 15 bis 25 min arbeiten/lernen (je nach Alter des Kindes)
    • 5 min Pause
  • Runde 3:
    • 15 bis 25 min arbeiten/lernen (je nach Alter des Kindes)
    • 5 min Pause
  • Runde 4:
    • 15 bis 25 min arbeiten/lernen (je nach Alter des Kindes)

Nach 4 Runden oder Pomodori: längere Pause: 15 bis 30 minuten

In den Pausen:

  • weggehen vom Schreibtisch
  • sich leicht bewegen
  • Fenster aufmachen
  • Frische Luft schnappen

Danach kann man wieder 4 Runden machen.

Eine einfache Küchenuhr reicht. Es gibt auch kostenlose Pomodoro-Apps. Ich benutze Be Focused (LINK). Eine kostenlose Alternative für Android ist Minimal Timer (LINK).

Viele Eltern wissen auch gar nicht, wie und was sie den Kindern beibringen sollen. Das ist auch in Ordnung. Wozu schicken Sie Ihre Kinder sonst in die Schule? Das ist ja auch der Hintergrund der allgemeinen Schulpflicht. Sie können und sollten sich weiterhin, wie im allgemeinen Schulalltag, an die Klassenleitung oder Fachlehrkräfte wenden, wenn Unklarheiten bestehen.

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Nutzen Sie die Zeit:

  • Jetzt ist die Zeit, Lücken zu schließen.
  • Jetzt ist die Zeit, dass die Kinder ihre Talente entdecken können.
  • Jetzt ist die Zeit, dass die Kinder ohne Zwang und Druck, den Spaß am Lernen endlich entdecken können.

Schauen Sie hin:

Was macht ihr Kind gerne?

Wenn es gerne malt, lassen Sie es malen. Es braucht keine speziellen Zeichenblocks und teure Bleistifte. Ein Schulblock und ein Bleistift reichen. Ihr Kind würde gerne malen, aber weiß nicht, wie oder was? Schauen Sie gemeinsam auf YouTube. Es gibt dort unzählige Anleitungen für Anfänger bis Fortgeschrittene. Und dann lassen Sie Ihr Kind machen.

Einige Ideen:

  • Malvorlagen
  • Lernbasar
  • Art for Kids – auf Englisch, auch wenn Ihr Kind kein oder wenig Englisch kann, ist das kein Problem. Man kann einfach mitmalen bzw. mitzeichnen.

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Wenn es gerne Sport macht, lassen Sie es Sport machen. Man kann sich in der kleinsten Bude bewegen. Basketball-Bundesligist Alba Berlin bietet auf Youtube jeden Tag ein Sportprogramm für Kinder aller Altersstufen an (Mehr Information hier: LINK).

Ihr Kind ist zu cool dafür? Der Boxclub Eichstätt postet jeden Tag ein Training, das überall und ohne jegliche Ausrüstung gemacht werden kann.

Es ist nicht notwendig, ein Facebook- oder Instagram-Konto zu haben.

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Wenn es gerne bastelt, lassen Sie es basteln. Wiederum: Arbeiten Sie mit dem, was da ist. Auch hier: Unzählige Anleitungen auf YouTube. Suchen Sie etwas aus mit Ihrem Kind, und lassen Sie es dann machen: Ideen zum Basteln

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Wenn es gerne singt, liest, tanzt, rechnet, usw., lassen Sie es machen.

Wenn Ihr Kind nicht weiß, was es gerne macht – weil es die meiste Zeit von der Schule überfordert ist – dann geben Sie ihm Zeit, herauszufinden, was ihm gefällt.

Wenn Ihr Kind gelangweilt ist, prima. Lassen Sie es sich langweilen. Es wird schon bald anfangen, etwas von sich aus zu tun.

Geben Sie nicht auf!

Im nächsten Teil dieser Serie gebe ich Ihnen Tipps, wie Sie Ihre Kinder sinnvoll unterstützen können und wie Sie die Zeit nutzen können, um Lücken zu schließen.

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7 Replies to “Aufruf an alle Eltern: Zuhause ist nicht die Schule!”

  1. Hallöchen, ich bin Grundschullehrerin und habe jedem meiner 24 Schülerinnen vor 1 Woche, also am So, einen INDIVIDUELLEN Lernplan zusammengestellt mit der Zeitempfehlung 3×30 oder 2×45 min täglich daran zu arbeiten. Außerdem stehe ich allen Eltern meiner Schülerinnen zwischen 9 und 17 Uhr für Rückfragen zur Vefügung und erkläre per WhatsApp-Video Aufgaben bei Bedarf. Nebenbei betreue ich nachmittags meine eigenen Kinder im Vor- und Grundschulalter und vormittags betreue ich Kinder in der Notbetreuung meiner Schule. Nur mal so als Einblick. Mit Arbeitsblätter-Überschüttung hat das nix zu tun. Ansonsten tolle Anregungen auf Ihrer Seite! MfG

    • Liebe Hanka,

      von so einer Lehrerin können alle Eltern nur träumen 💖

      Nur ist es leider so, dass viele Eltern bzw. Kinder tatsächlich nur überschüttet worden sind.
      Mein Artikel gilt all diesen Eltern, sich zu trauen, davon Abstand zu nehmen.

      Und wie bereits am Anfang geschrieben: Der Artikel ist nicht mal eine Kritik an diese “Überschüttung”.
      Alle sind von dieser Situation überrumpelt worden.

      Liebe Grüße,
      Stephany

  2. Pingback: Aufruf an alle Eltern: Lücken schließen

  3. Liebe Stephany,
    mit deinem Text sprichst du mir aus dem Herzen.
    Viele Eltern und Kids sind mit der jetzigen Situation überfordert.
    Ein wenig Lernstoff anzubieten ist in Ordnung. Aber allein die Vorgabe eines Zeitplanes ist für viele schon wieder nur schwer einzuhalten.
    Haben wir zur Zeit nicht andere Sorgen als Bildung?
    Wir sollten nicht vergessen, dass auch die Kinder Ängste und Unsicherheiten mit sich herumtragen. Ich möchte nicht wissen, wie viele Kinder nur durch Androhung von Strafen zum Lernen überredet werden. Die meisten Familien sind sicher dankbar für mehr Entlastung durch Lernpausen.
    Man sollte in dieser Krise immer vom schwächsten Glied in unserer Gesellschaft ausgehen und danach handeln.
    Deshalb ist dein Aufruf sehr wichtig!

    Danke dafür und lG
    Bianca

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